Nichts Gutes zu berichten

Die Abbrucharbeiten haben eilig begonnen*, München hat verloren. Von der Alten Akademie wird ein teilweises Fassadenskelett übrig bleiben, um zu einem beliebigen Konsum/Bürogebäude mit wertsteigerndem Erscheinungsbild verhunzt zu werden. Zum nicht wieder gut zu machenden Verlust hat Dieter Wieland 2017 an OB Reiter geschrieben (siehe rechte Leiste). Im Februar 2020 hat OB Reiter für das abgewählte CSU-SPD-Benko-Kartell persönlich den Deal mit René Benko abgeschlossen, damit eine Ruhe ist und der Kommerz brummt und was verdient wird – was anderes zählt in München nicht mehr. München hat sich dem Kommerz verschrieben, bis dieser tot ist. Und wer noch nicht im Bett von Benko liegt, kann reinschlüpfen. Aber gemütlich wird es nicht: der Spekulant gibt gerade bei Karstadt/Kaufhof Anlass zu raten, was von ihm als ehrbarem Kaufmann zu halten ist: „Wird die Warenhauskette jetzt wegen Corona zerschlagen? Ehemalige Mitarbeiter, darunter frühere Aufsichtsräte, glauben, dass die Insolvenz von langer Hand vom österreichischen Eigentümer René Benko geplant worden sei.“ (Süddeutsche Zeitung, 13.5.)
Die Abendzeitung leistete sich einen Tiefpunkt des Journalismus. Vielleicht weil der Lokalteil noch nicht voll war, machte man es sich leicht: „An der Alten Akademie wird jetzt gebaut. Wie René Benkos Projektentwicklungsunternehmen Signa gestern mitteilte, sind die Arbeiten „im Inneren des Ensembles“ angelaufen.“ Und dann wird abgeschrieben, als sei die AZ ein Mitgliederjournal der Immobilienmafia; als könne man in München, wo die Spekulanten ihr Unwesen treiben und man die Bayerische Hausbau, Büschl u.a. kennt, in deren verdrehten Falschinformationen mehr als 1% Wahrheit finden. Keine Mühe gemacht, keine Recherche, keine Erinnerung an die vielen widersprechenden Stimmen, kein Nachfragen … traurig, Betrug an den Leser*innen, die glauben, was in der Zeitung steht.
Wer will sicher sein, dass diese Baustelle jemals fertig wird, nach dann zehn Jahren Vorlauf, mit drei Jahren Bauzeit, mit 400 (so heißt es) rausgeschmissenen Millionen und einer zerstörten Alten Akademie? Als Projekt einer falschen, nicht zukunftsfähigen Kultur und des gestörten Versuchs, ein „Imperium“ zu errichten …

  • alles in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung

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