Dezember 2020, da war mal eine Baustellenführung … 

… und es war die Erste und Letzte. Vor zwei Jahren, am 8. Dezember 2020 hatte SIGNA die Presse in frisch gefegte Räume der in Würgegriff genommenen Alten Akademie geladen. Immerhin erschienen hallo und Abendzeitung und druckten, was den Reporterinnen erzählt worden war. 

Zwei Jahre später. Die gesamte Baustelle befindet sich … im Abbruchzustand. Die rückwärtigen Gebäudeteile, die als erste fertig sein sollten: Rohbau. Der Hauptteil mit wiederaufgebauter Renaissance-Fassade: Rohbau. Der Kopfbau wartet noch auf die geplante Unterkellerung; der Haupteingang, der als Einziges im Inneren denkmalgerecht erhalten bleiben soll, dient als Baustellenzugang; die soliden Dachstühle, die für Top-Büros und Top-Wohnungen neu aufgesetzt werden sollen, sind noch an ihrem Platz. Der Hettlage-Bau: bis auf die Außenmauern abgerissen, der Aushub noch nicht begonnen.

Im Grunde ist zu konstatieren, dass in den zweieinhalb Jahren seit Mai 2020 nur abgerissen und dekonstruiert wurde. Was ist los mit einem der bedeutendsten Denkmäler der Stadt München? „Die Alte Akademie wird 2023 in neuem Glanz erscheinen … Bis das Ensemble eröffnet, liegt noch ein Weg vor uns und wir möchten Sie bis dahin transparent über den Baufortschritt und die damit einhergehenden geplanten Maßnahmen frühzeitig informieren.“ (https://alteakademie.de/baustelle/

Alexander Cronauer – Head of Projects von SIGNA Real Estate – hat sich dieses Jahr einen neuen Job gesucht, René Benko taucht in diesen Monaten nur noch auf der Angeklagtenbank in Wien auf – es muss sich jemand finden, der Rede und Antwort steht! 

Es ist an der Zeit, dass Stadträte und kritische Presseleute Zutritt verlangen und sich die Ruinenlandschaft, die einmal die Alte Akademie war, zeigen lassen um der Öffentlichkeit Bericht geben zu können, was noch da ist. Denn auch in München stellt sich wie in Hamburg (Elbtower), Berlin und vielen anderen Städten die Frage: Was wird SIGNA hinterlassen, sollte der Immobilienkonzern des Galeria-Insolvenz-Treibers und Korruptions-Verdächtigen in Schieflage kommt?

Es braucht umgehend eine Bestandsaufnahme, was SIGNA mit der Alten Akademie gemacht hat!

Hier muss Klarheit geschaffen werden, auch wenn vieles zurückfällt
– auf den Staat Bayern, der die Alte Akademie ohne Auflagen verscherbelt hat
– auf das Referat für Stadtgestaltung und Bauordnung, das die komplette Umnutzung und Überforderung dieses Denkmals durch die fälschlich wohlklingende Formel Geschäfte/Büros/Wohnungen/Gastronomie/Tiefgarage erst ermöglicht hat
– auf die staatliche Denkmalpflege, die Fachleute und Stadträte, die auf das leicht zu durchschauende und großsprecherische Gesumse von „Bewahrung und neuem Glanz“ hereingefallen sind.

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