Luxuskaufhäuser als Gegenprojekt zur Zukunft

Es ist das nur ein Ausschnitt des Problems Benko, aber davon ist gerade die Rede: seine SIGNA will u.a. in Berlin ein eigenes Luxuskaufhaus + bauen lassen. Dort wo in Kreuzberg/Neukölln ein Karstadt steht (unter Denkmalschutz); der müsste erst abgerissen werden. SIGNA will in Wien ein eigenes Luxuskaufhaus bauen lassen. An der Mariahilfer Straße, wo jetzt das Leiner Möbelhaus steht. Ach ja, in München will SIGNA ein (zu vermietendes) Luxuskaufhaus installieren, dort wo jetzt die Alte Akademie steht (unter Denkmalschutz). Die muss erst teilabgerissen und entkernt werden.

Bespaßung der Oberschicht, also der Leute mit der miesesten Ökobilanz

„Aber es gibt kein Recht auf die Freiheit, alles kaufen zu können, was man sich leisten kann. Diese Ansicht war immer verantwortungslos, unsozial – und angesichts der Klimaerhitzung ist sie am Ende. Natürlich darf keinesfalls eine Ökodiktatur errichtet werden. Aber auch in einem Land mit Demokratie und Marktwirtschaft hört die Freiheit des Einzelnen da auf, wo die Lebensgrundlagen aller bedroht sind.“ Markus C. Schulte von Drach in der SZ vom Wochenende.

Wahrscheinlich denken die Tempelherren: Den Klimaschutz und Artenschutz und den Verzicht können die anderen ja machen, solange der Staat unsere Projekte genehmigt und fördert, die Infrastruktur darauf ausrichtet, auch mit entsprechenden Hotelneubauten und Flughafenerweiterungen etc. Solange die Stadtplanungsr eferate für SIGNA spuren, die Bevölkerung übergangen wird und die geschätzte Kundschaft nur ja wenig Steuern zahlen muss, damit sie ihren Geiz mal vergessen kann. Der Horizont des Geldes reicht nicht weit.

Denkmalzerstörung und Verdrängung

Hinzu kommt: Denkmäler (oder ihre exponierten Standorte) sind Premiumobjekte – die Kultur der Stadt kann draufgehen, wenn es um die Verwertung geht. Dem Kunden muss etwas geboten werden, damit die Brieftasche locker sitzt… In Berlin kommt hinzu, dass in Kreuzberg/Neukölln ganze Viertel, in denen das gemeine Volk sich eingerichtet und einen eigenen Lebensstil entwickelt hat, umgemodelt werden würden, um Platz für die Oberschicht zu schaffen.

Aber Benko hat doch mit Karstadt und Kaufhof schon viele Kaufhäuser? Ja schon, aber die bringen kaum Profit! Da wird die Belegschaft ausgedünnt und ausgepresst, damit es so hingeht. Und dass diese Kaufhäuser letztlich zur Immobilienverwertung angeschafft wurden – das stellt sich zunehmend heraus, obwohl, da lässt sich Benko nicht reinschauen. Aber in Luxuskaufhäusern brummt der Laden immer besser, siehe London und Madrid. Und andere Oligarchen finden sich genügend, die sich an Neubauten für jeweils hunderte Millionen beteiligen; sie sind Risiko gewöhnt, aber das da soll ja sicher und lukrativ sein.

Eine Kampfansage gegen die Trendwende zu vernünftigem Handeln

Es ist nicht sicher. Wenn SIGNA diese Pläne durchsetzen kann sind sie ein Beitrag zum Chaos in der Welt, zur Spaltung in Arm und Reich, zur Verschwendung von Ressourcen und der Aufheizung des Planeten. Viele Leute denken, wenn man mit den Politikern und Wirtschaftsleuten nur lange genug redet, werden sie einsehen und das Richtige tun. Umgekehrt: redet Benko mit dem Volk? Prinzip Verantwortungslosigkeit. Jean Ziegler ist da realistisch: „Entweder wir zerstören den Kapitalismus jetzt oder er zerstört uns.“

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