Die Blase wächst und die Münchner Stadtverwaltung tut dazu das ihre, wie sie nur kann

Flyer der LH München für den Auftritt auf der MIPIM in Cannes – im Internet
Zitat: „Zur Stadt der Zukunft werden an diesem Tag die Stadtbaurätin Elisabeth Merk, der Kommunalreferent Axel Markwardt sowie namhafte Player am Münchner Immobilienmarkt Stellung nehmen.“

In Cannes ist wieder Immobilienmesse, wir hatten letztes Jahr schon darüber geschrieben. Dort geht es nicht um Genossenschaften, Handwerksbetriebe, Schulgebäude usw. Dort geht es um die Sättigung des internationalen Immobilienkapitals und die Stadt München betreibt da einen großen Messestand und was wird dort wohl kommuniziert: München ist ein gutes Pflaster, wir kooperieren, wir schaffen die Voraussetzungen, wir machen den Weg frei, wir laden ein.
Das zahlt sich aus für die, die in München zu immer höheren Preisen verkaufen wollen und für die, die ihren Bestand nach Marktpreisen immer weiter hochrechnen, um neue Kredite einzuholen und damit neue lukrative Projekte hochzuziehen. Es ist zum Schaden der Münchner Stadtgesellschaft und insbesondere des großen Teils davon ohne Vermögen, der als blutende Spielmasse einer sich verkaufenden Stadt die daraus folgenden Übel ertragen muss.

Der Gipfel ist nun, dass (nach Herrn Büllesbach von der Bayerischen Hausbau) dieses Jahr ausgerechnet Herr Stadlhuber, der in München agierende Statthalter Benkos, mit aufs Podium geholt wird. Stadlhuber ist bei der Alten Akademie der so smart wie knallharte Botschafter der finalen Kommerzialisierung – zukunftssichere Stadtentwicklung ist das Gegenteil davon.
Was wird man dort wohl verkünden? Vielleicht:
Frau Stadtbaurätin Merk: „Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit mit Investoren wie SIGNA, was unserer Stadt große Benefits einbringt und sie zukunftssicher macht.“
Herr Stadlhuber: „Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung München, so dass wir durch unsere hervorragenden Developments mithelfen dürfen, die Stadt München zukunftssicher zu machen.“
Bullshit, aber was man sagen wird ist ja auch egal, denn das Wesentliche ist das Verbindungen knüpfen, das Einholen von Versprechungen, die ausgenützt werden können und das Anbahnen von Projekten, von denen die Bevölkerung Münchens erst hören wird, wenn unterschrieben ist.

Das muss aufhören, München muss sich von diesen Messen zurückziehen. Es wäre die Aufgabe von Stadträten, die sich wirklich um München kümmern, dieses Liebesangebot an das profitsuchende Kapital zum Thema zu machen. Der „einfache Bürger“ wird hier nur ausgelacht.

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