Niemand mache sich falsche Vorstellungen

… das gilt für alle Seiten. Wir z.B. hoffen, dass dieses fatale Projekt noch kippen wird, können uns darin aber nicht sicher sein. SIGNA – die Developmentexperten – werden ihrerseits schon ahnen, dass sie für ein Millionengrab planen. Nach eigener Aussage ist es ein Gesamtinvestitionsvorhaben von über 400 Millionen Euro – die werden niemals wieder hereinkommen. Angeblich zwei Jahre Bauzeit, aber den Platz um den Richard-Strauss-Brunnen wollen sie bis Mitte 2022 (das wären 3 1/2 Jahre) für die Baustelleneinrichtung haben. Benko wäre nicht der erste „Tycoon“, der aus Vermessenheit (vorwärts immer, rückwärts nimmer) etwas an die Wand fährt. Das dürfte sinngemäß auch für Strahlemann Söder gelten, der auf staatlicher Seite für den Verkauf verantwortlich war.

Viele andere haben sich die Pläne noch nicht genau angeschaut oder sie zucken mit den Achseln angesichts des SIGNA-CSU-SPD-Schulterschlusses und machen gute Miene zum bösen Spiel oder vertrauen darauf, dass alles nicht so schlimm kommen wird.

Deshalb: Bitte lesen Sie nach, was geplant ist und vertrauen Sie niemandem. Es liegt alles auf dem Tisch, es steht in dem Beschluss des Stadtrats. Um es einfacher zu machen, wären hier die fünf Seiten aus diesem Dokument, die die Eingriffe beschreiben. Hier noch die Pläne aus dem Wettbewerb und die Überarbeitung der Architekten von 2018.

Anhand der Grafik ist zu sehen, wie die Alte Akademie, dieser Ort der Kultur und des geschichtlichen Erbes, bis zum Platzen mit Kommerz aufgefüllt werden würde. Wo wir jetzt Läden nur im Erdgeschoß finden, würde sich das auf vier Ebenen ausdehnen. Und von dieser Seite her werden die Arkaden extrem wichtig: weg damit für noch mehr Verkaufsraum in der Premiumetage und für die Präsentation nach aussen! Ein Maximalverwertungsplan für ein Gebäude, an dem handelstechnisch das Beste die Lage ist – schwierig. Wohlweislich hat SIGNA kein Konzept vorgelegt, außer dass das Goldene Quartier in Wien Vorbild ist (der Stadtrat hat vertrauensvoll kein Konzept verlangt). Da sollte eine Exkursion mal ausnahmsweise nicht am Finanziellen scheitern.

Soweit die Vorderfront, die Eingriffe im Schmuckhof und dessen Gebäudeteil gehen extra

Wir spinnen die Geschichte noch etwas weiter. Das Goldene Quartier beherbergt auf zwei Ebenen (EG und 1.OG) eine größere Anzahl absoluter Luxusläden. Und es darbt vor sich hin. Aber immerhin können die Mieter relativ leicht wechseln. Im Münchner Retailkomplex XY (Alte Akademie könnte man dann nicht mehr sagen) bestünde schon die Schwierigkeit, den hochgezüchteten Anspruchs-Konsumenten ins UG und ins 2. OG zu bekommen. Und wegen des eingeschränkten Zugangs und fehlender Werbewirkung nach aussen wird SIGNA letztlich 3,4,5 Großmieter brauchen. Wer würde das sein? Will das die Stadt? Wir überlegen das hier nur stellvertretend für Leute wie Stadtrat Reissl, die von attraktiven Geschäften träumen.

Fazit: Wenn Sie heute vor der Alten Akademie stehen und sich denken: Ja, wenn hier renoviert wird und ein paar Geschäfte reinkommen, das ist doch noch ok, dann hat das rein gar nichts mit dem zu tun, was im Ernstfalle passieren wird. Die Alte Akademie würde einem Kommerzexperiment geopfert. Die Alternative steht immer noch: Behutsame Renovierung unter Beibehaltung der Raumstruktur, des Daches, der Arkaden, des Wiederaufbaus aus den 50er Jahren und Wiedereröffnung mit kulturellen und öffentlichen Nutzern. Das wäre dann: Groß denken.

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