Diese investorenhörige Einfalt übertrifft weit das in Jahrhunderten Übliche

Hier kommt eigentlich nichts Neues. Der Beitrag berichtet davon, wie Alexander Reissl (Fraktionsvorsitzender SPD) und Manuel Pretzl (Fraktionsvorsitzender CSU) ihr Eingreifen, das zum Stadtratsbeschluss im Februar führte, nun verschriftlicht haben. In einem gemeinsamen Brief vom März an das Münchner Forum, abgedruckt in den Standpunkten 4.2018, Seite 6/7.

Wir zitierten daraus mit vollständigem Zitat die Rechtfertigung ihres Tuns (sie nennen es „Meinung“):

„Jahrhundertelang hat es an dieser Stelle keine Arkaden gegeben. Die Ostfassade des Kopfbaus hatte eine bogenförmige Toröffnung, mittig angeordnet. Die Arkade im Kopfbau und im Hettlage Gebäude sind insbesondere als Reaktion auf die Verkehrssituation an dieser engsten Stelle im Verlauf Kaufinger- und Neuhauser Straße entstanden. Die historisch nicht begründete Arkade im Kopfbau soll nun wieder aufgegeben werden.

Die Arkade im Hettlagegebäude kann nach Ansicht der Stadtratsmehrheit auf ca. 4,20 Meter reduziert werden. Die Arkaden entlang der Kaufinger- und Neuhauser Straße weisen heute Masse zwischen vier und fünf Metern auf. Damit bleibt die Arkade Hettlagehaus im Rahmen des in der Münchner Altstadt Üblichen, einen Dominoeffekt kann es also nicht geben.

Die Mehrheit des Stadtrates ist der Auffassung, die Arkade entlang der Kapellenstraße aufgeben zu können. Es gibt Arkaden quer zur Hauptrichtung der Münchner Fußgängerzone in der Weinstraße und zum Rindermarkt. Beide Straßen und ihre Arkaden weisen ein Vielfaches an Fußgängerfrequenz als die Kapellenstraße auf. Diese Arkade endet auch schon nach wenigen Metern halb an der Seite des Nebengebäudes.“

Der eine Teil der Arkade soll historisch nicht begründet sein, der nächste ist breiter als das Übliche und der dritte Teil gilt ihnen sowieso nichts.
Nach dem Motto supergescheiter Bescheidwisser: Da gehen wir hin, da schauen wir uns das mal an und dann sehen wir schon und dann ist alles klar. Diese beiden Herren ignorieren was z.B. Dieter Wieland einbrachte, sie ignorieren den Brief der Akademie der Schönen Künste, die Opposition im Stadtrat und die Meinung vieler Bürger und eigener Parteileute. Sie ignorieren nicht nur für sich selbst, sie wollen andere Standpunkte nicht mal erwähnen. In ihrer Position als Stadträte ist diese Verweigerung einer vernünftigen Diskussion und Beschlussvorbereitung eine Anmaßung, die nur noch übertroffen wird durch die Dürftigkeit ihrer Auslassungen. Für uns zumindest ist klar, gerade weil die beiden SIGNA und Benko nie auch mit nur einem Wort erwähnen: Reissl und Pretzl sind höheren Verpflichtungen (Staatsregierung) und der immensen Lobbyarbeit Stadlhubers von SIGNA erlegen.

Und so endet ihr Brief ganz verdreht: Wenn schon alles hin ist, dann gebt den Leuten wenigstens eine Unterhaltung nach dem Motto Leben = maximales Shopping (und wer empfiehlt sich da mehr als der Kommerzfuzzy Benko?*).

„Ja, es wird Öffentlicher Raum aufgegeben. Andererseits entsteht die Aufgabe, nach dem Freistaat Bayern als Inhaber öffentliche Nutzungen in der Alten Akademie aufgegeben hat, einen attraktiven Ort in der Altstadtfußgängerzone neu zu schaffen, Arkade und Innenhöfe neu zu beleben. Ein Ziel, von dem auch die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger profitieren können.“

Am Montag, den 23. April wählt die SPD im Stadtrat turnusmäßig wieder den Fraktionsvorsitz. Ob es Reissl wieder wird?**


* kann der sogar eine Rest-Schrumpfarkade und einen (!) etwas eigensinnigen Innenhof beleben, der zum kommenden Highlight ganz Münchens hochstilisiert wird – und diese kommerzielle Ausbeutung leider nicht aushalten würde? Überhaupt: was Benko könnte, hat München schon im verdrießlichen Übermaß. Und welche Münchnerin geht noch in den Oberpollinger?
** Nachtrag: Zum dritten Mal nur mit Ach und Krach und langen Gesichtern. Was ist nur los mit dieser Partei?

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