Wie sollte die Alte Akademie jemals 10 Prozent netto schaffen?

„Aus der Alten Akademie wurde die Alte Akademie Immobilien GmbH & Co. KG. … Die Alte Akademie wird für 65 Jahre Geldmaschine für Investoren und Immobilien-Kapitalanleger. Und das mit staatlicher Zustimmung.“
(Dieter Wieland, Festvortrag zur Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille, Dez. 2016)

Und wenn es anders kommt?
Zahlen des Schweizer Wirtschaftsblatts Bilanz, April 2017

„… Auch weil Benko als sehr harter Geschäftspartner gilt. Seine Intransparenz wiederum weckt bei den Medien Argwohn: Benkos Imperium verzweigt sich auf über einhundert Gesellschaften, zwischen denen munter Gelder und Immobilien verschoben werden. Darauf, dass man von aussen in den Bilanzen nichts erkennen kann, ist man bei Signa stolz. Nun dringen erstmals Zahlen nach draussen.“
Hier also – ohne jegliche Gewähr – die Tabelle (den Comix haben wir woanders abgekupfert):


„Wir zahlen vier bis sechs Prozent Cashdividende pro Jahr, dazu kommt die Wertsteigerung, so dass in der Summe jedes Jahr eine Gesamtrendite von über zehn Prozent herausschaut“, heißt es bei Signa Prime. (Bilanz)

Da rollt der Rubel – wenn er rollt! Auch von dieser Warte aus gesehen, kann die Alte Akademie letztlich nur durch einen Fehler ins Portfolio geraten sein. Sie wurde vom bayrischen Staat im wahrsten Sinne des Wortes auf den Markt geworfen und SIGNA ließ sich durch die verhängnisvolle Super-Best-1a-Lage zum Kauf locken.
Der Appetit ist da, aber über 10 Prozent Rendite? Jahr für Jahr? Wie soll das gehen? Was ist da versprochen worden? Wie ist das Konzept (signatypisch so geheim wie großsprecherisch in der Ankündigung)? Auf Steuer-Vermeidungs-Energie gebaut? Mit maximalem Luxusfaktor (in der Neuhauser Straße)? Oder 1-Euro-Shops? Mit maximaler Anpassung an die großen Geldbringer? Immobilienblase ante portas? Weiterverkauf?  Viele Fragen.
Die Realität sieht freilich anders aus (immobilienreport München, März 2017 und Statistik-Portal):


Für die Alte Akademie steht ein Vernutzungs-Szenario unter knallhartem Profitregime in Aussicht. Denn, Freundschaft hin oder her, eines erwarten die Geldgeber hinter Benko: die pünktliche Zahlung. „Im Gegensatz zu vielen anderen hat Benko immer geliefert, seitdem ich ihn kenne“, sagt Hans-Ulrich Lehmann, der via Falcon Bank beteiligt ist und Benko zudem eine Villa am Gardasee abgekauft hat. (Bilanz)
250 Millionen gingen an den Staat, sagt man (schon bezahlt?); noch ist kein Stein abgebrochen und nichts reingesteckt (nicht mal ins Sauberhalten). Das kann noch mal soviel kosten. Dabei ist die Münchner Innenstadt bereits überkommerzialisiert und der Trend zeigt nach unten. Wir machen uns nicht die Sorgen von SIGNA, nur was soll dabei herauskommen?
Für den reichtumssüchtigen „Immobilien-Zaren“ (Bilanz) ein Klotz am Bein (ein sog. Low-Performer), der die hoch gesteckten Profitziele gefährdet und für die Stadt München ein ausgeweidetes, ein kaputt „revitalisiertes“ Denkmal von einst großer Bedeutung – verloren. Dieses doppelte Fiasko kann der Stadtrat verhindern; und wenn man es mal so sagen will: zum Besten aller Beteiligten.


Die Immobilien-Zeitung sieht da manches ähnlich: Signa in 10%-Falle

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