Danke an das Investigationsteam, danke an die SZ für diesen kleinen Blick ins Dunkle! Es kann nur der Anfang sein für weitere Aufklärung. Denn es gibt viele Fragen, die sich allein aus diesem Artikel ergeben.
Wir fragen an zwei Stellen weiter.
♠ Der Artikel zählt drei Objekte von Benko in München, deren Spur nach Luxemburg führt. Benannt wird einzig die Alte Akademie. Wir haben uns (mit unseren einfachen Mitteln) eine bezahlte Firmenauskunft über München, Alte Akademie I Beteiligung A Sàrl geholt. Sie sagt, dass diese Beteiligungsfirma rechtzeitig vor Abschluss des Erbpachtvertrags mit dem bayrischen Finanzministerium (Minister war damals Markus Söder) im Juni 2013 gegründet wurde.
Wollte das Ministerium nicht wissen, wer da mit im Boot sitzt?
Zum damaligen Zeitraum war Beny Steinmetz Benkos Geldgeber in einer großen Aufkaufkampagne (Karstadt, KaDeWe, Alte Akademie…). Steinmetz wurde gerade vor wenigen Wochen in der Schweiz wegen Bestechung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Bestechung zur Erlangung des weltgrößten Eisenerzvorkommens in Guinea mit anschließendem Weiterverkauf. Auch das in diesem Zeitraum.
War Beny Steinmetz mit schmutzigem Geld am Erbpachtkauf der Alten Akademie beteiligt?
Benko hat sich danach von Steinmetz getrennt (was aber auch bezweifelt wird).
Wer ist heute über Luxemburg an der Alten Akademie beteiligt?
Die Firmenauskunft gibt dieses Geheimnis nicht preis, aber die SZ könnte es wissen … oder die Stadtsparkasse München, die als Kreditgeber für den „Umbau“ der Alten Akademie eingestiegen ist … oder OB Reiter, der mit Benko den Abschluss gemacht hat, wenn er es denn wissen wollte?

♠ Von einem weiteren angeführten Objekt Benkos in München wird geschrieben, dass es eine Karstadt-Immobilie sei. Der Karstadt am Hauptbahnhof? Von dieser Immobilie flossen also 2018 und 2019 jeweils knappe 13 Millionen Euro nach Luxemburg. Dieser Betrag dürfte die Lohnsumme aller im Haus Beschäftigten übersteigen!
Wer ist über Luxemburg steuerfrei an dieser Karstadt-Immobilie beteiligt? Für wessen Konto schuftet die Karstadt-Belegschaft noch?
Im Rahmen der Karstadt/Kaufhof Insolvenz letztes Jahr wurden die Gläubiger (Belegschaft, Vermieter, Lieferanten…) um über zwei Milliarden geschröpft. Die Anschlußfrage wäre nun:
Wieviel hat die Luxemburger Beteiligung 2020 aus der Karstadt-Immobilie heraus gezogen?

Auch andere Fragen stellen sich, die in Richtung der Machtbeziehungen in dieser kapitalistischen Gesellschaft gehen. Wer steht auf der Gehaltsliste? Wer lässt die Dinge laufen? Wenn z.B. der gewählte Repräsentant der Münchner Bevölkerung zitiert wird: „Ihm gehört die halbe Innenstadt, und wir können es nicht aufhalten.“ Was halten Sie davon?

Cornelius Castoriadis brachte es vielleicht auf den Punkt, als er von einer liberalen Oligarchie sprach. Persönliche Freiheiten gibt es – doch es herrschen die Oligarchen. Bis zu einer wirklichen Demokratie fehlt demnach noch ein ganzes Stück …

Am Rande noch, wer erinnert sich an diesen wunderbaren Song von Funny van Dannen?
Steuerflüchtling – mit dem Refrain:
Geh jetzt und lass mich weinen, du bist ein guter Mann
aber du bist ein Steuerflüchtling und sowas ekelt mich an
Ja du bist ein Steuerflüchtling und sowas ekelt mich an.

Nachtrag 3. März: Auch die Firmenkonstruktion des geplanten Elbtower in Hamburg läuft über Luxemburg

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