Und trotzdem mit Vollgas in die Katastrophe hinein bauen

„Im Dezember 2019 hat der Münchner Stadtrat den Klimanotstand für München ausgerufen und gleichzeitig die Stadtverwaltung beauftragt, einen Handlungsplan zu erarbeiten, wie das Ziel der Klimaneutralität der Gesamtstadt bereits in 2035 erreicht werden kann.“ ((muenchen.de) Dennoch gibt es einen Mann an entscheidendem Posten, der davon noch nichts gehört hat bzw. meint, es ignorieren zu dürfen.

Es gibt ja viele Leute (zuletzt Architekt Peter Haimerl in der SZ vom Wochenende), die überzeugt sind, dass München nichts derartiges wie eine Stadtplanung besitze. Dagegen steht, dass kürzlich, am 5. August, die SZ im Interview einen Mann präsentierte, der behauptet, gerade der neue Leiter der Stadtplanung in München geworden zu sein! Michael Hardi ist ein Eigengewächs aus dem Referat, das seltsamerweise auch „Stadtplanung“ im Namen führt. Beweist er mit dem alten abgestandenen Kalauer „Aber wir können nicht wie im Mittelalter die Zugbrücke hochziehen und sagen: Wir sind voll, keiner darf mehr rein“ die Qualität für den Posten? Mit dem pseudo-sozialen „Wir müssen unseren Platz teilen“ (soll heißen: die Baumafia verlangt Grundstücke und Baugenehmigungen) zeigt er schon Fähigkeiten im Nachsprechen Orwell’scher Sprechblasen.

Keine Scherze mehr. In dem Gespräch, das Sebastian Krass für die SZ führte, geht es nur um eins: Bauen, bauen, bauen – und es wird toll, machen Sie sich keine Sorgen!

Es geht einzig darum, dass München möglichst bald dicht sein soll – dafür wird der Mangel an Wohnungen instrumentalisiert (der wiederum Folge solcher landesweiter Nichtplanung ist). Offensichtlich geht es aber darum, dass die derzeit aktiven Grundstücksbesitzer und Baulöwen schnell ihr Futter bekommen – die letzten freien Flächen zur maximalen Bebauung. Das Wettrennen um die letzten Gelegenheiten läuft und Hardi macht den Weg frei. Auf Kosten der restlichen Bevölkerung, für die er Verständnis übrig hat. Von der wichtigsten Aufgabe einer tatsächlichen Stadtplanung, München auf die Klimakatastrophe vorzubereiten, ist dagegen nicht im Ansatz die Rede. Herrn Hardi (der als Untergebener von Frau Merk wohl nicht anders kann) nicht zu konfrontieren, geht auf das Konto der SZ-Lokalredaktion, die brav mitspielt. Mag vom Tod der Betonstädte auf anderen Seiten zu lesen sein, für unsere Stadt gilt das nicht…

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