Wiedervorlage am 17. September!

Die Kommission für Stadtgestaltung wird sich dann ein drittes Mal mit den geplanten Eingriffen bei der Alten Akademie befassen. Hätte es anders ausgehen können? Herr Morger (der Architekt von SIGNA) führte lang und breit aus, welche „Neuinterpretationen“ er vorhat: behutsam natürlich, geschmackvoll, an den 50ern orientiert – lauter Verbesserungen. Da die Architekten der Jury normalerweise lieber ihren Berufskollegen gegenüber Lob aussprechen oder es bei der einen oder anderen Anmerkung belassen, konnte man den Ausgang nicht ahnen.
Doch Stadtrat Danner, der die Alte Akademie auf die Tagesordnung gesetzt hatte, sprach deutlich den Verlust öffentlichen Raumes bei den Arkaden an. Obwohl sich dem einige Architekten als einer „politischen Frage“ nicht so gern stellen wollten, sagten andere klar, dass das nicht sein kann. Ein Architekt aus Bern, wo es noch viel mehr Arkaden (Lauben) gibt, meinte, man würde dort keinen Quadratmeter hergeben! Heimatpfleger Bernhard Landbrecht sagte deutlich: die für die Minimalisierung der Arkaden benützten Argumente sind grundfalsch, die vorhandenen Arkaden von Prof. Wiedemann sind eine optimale Lösung und zu erhalten. Ganz wichtig war das Eintreten von Herrn Sattler für die Arkaden, zwei andere sagten, dass der Entwurf eben keine Verbesserung darstellt und der Durchgang durch den Kopfbau bleiben müsse, und – vielleicht ausschlaggebend – es wurde dagegen protestiert, dass überhaupt nicht daran gedacht wurde, dem Gremium vorzulegen, welche Alternativen es gibt. Herr Morger steigerte sich dann noch dahin, dass die bestehenden Arkaden falsch seien und brach seine Lanze leidenschaftlich für die Belange des Kommerz.
Damit war die Situation allgemein unbefriedigend und verfahren, so dass Stadtbaurätin Merk in der Bredouille als Ausweg die Wiederbefassung vorschlagen musste. Für die nächste Sitzung ist versprochen, dem Gremium den Hergang der ganzen Sache vorzulegen. D.h. wie war das, dass die Wettbewerbsjury vor drei Jahren sich über Festlegungen der Auslobung hinwegsetzte; wie war das, dass trotz verbrieftem öffentlichen Raum SIGNA  noch mehr beanspruchte – und von CSU und SPD vorerst bekam. Ganz richtig: die Stadtgestaltung ist auch eine politische Frage – welche Interessen beherrschen die Stadt bis in die Architektur hinein?
Das ist ein gutes Ergebnis und zwei schöne Beiträge von Fr. Merk seien erwähnt: Es handle sich hier um eine Kommission für Stadtgestaltung und nicht für Hausgestaltung und auf die Frage, was für die Aufgabe der Arkaden spreche außer wirtschaftlichen Interessen: Nichts.
Beim nächsten Termin darf sich der Oberbürgermeister nicht drücken und Heike Rieke (SPD) und Frau Merk die Regie überlassen, die direkt an den mehrmaligen Fehlentscheidungen beteiligt waren. Es bleibt spannend und der letzte notwendige Stadtratsbeschluss wird erst nach dem 17. September fällig!

PS: Diese Sitzung wäre auch für die Münchner Bevölkerung erhellend gewesen, hätte der anwesende Redakteur der SZ darüber geschrieben… Ach ja, OB Reiter war wieder einmal nicht da und die Vertreter von SPD und CSU schwiegen sich aus.

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