Verkehrte Welt

Aktualisierung am 17. Dezember

Dicker Nebel in Hamburg

Bei der BILD-Zeitung stimmt die Welt wieder (im Falschen). Heute schreibt dort ein eingewechselter Redakteur spekulantenfreundlich, wie es sich für das Kapitalistenblatt gehört:
NEUER BLICK AUF KÜNFTIGES WAHRZEICHEN – Ein HOCH auf den Elbtower

Was war passiert?

Hamburger Abendblatt, 11. Dezember
Fehlplanung? Hamburgs Politik stellt den Elbtower in Frage

Zitat: „Die Bürgerschaft hat beschlossen, dass es eine Baugenehmigung für den Elbtower nur geben wird, wenn eine Vorvermietungsquote von 30 Prozent für die Büroflächen vom Bauherrn nachgewiesen wird. Die Absicht der HafenCity GmbH und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), stattdessen eine Bankbürgschaft zu akzeptieren, die eine Finanzierung des Bauvorhabens nachweist, entspricht nicht dieser Beschlusslage. Es wird dazu zeitnah Gespräche mit der HafenCity GmbH und der BSW geben. Wir wollen schließlich nicht in dieser exponierten Lage einen leerstehenden Wolkenkratzer haben“, sagte Markus Schreiber, der SPD-Abgeordnete ist Mitglied im Haushaltsausschuss.

Noch ehe dieser dreiste Trick im Senat besprochen wird, zaubert SIGNA und präsentiert einen Mieter – hallo, hallo!

z.B. Hamburger Morgenpost, 16. Dezember
Hamburgs Riesenturm – Der erste Mieter will in den Elbtower

Und schon berappelt sich das bewährte Zusammenspiel von SIGNA, Immobilienspekulantenszene, Presse und SPD/Grüne-Senat ziemlich schnell und die Propagandamaschine verdrängt mit Siegerphantasien die Sorgen um das fragwürdige Projekt. Nur hinter vorgehaltener Hand bleibt Skepsis druckfähig: Hamburger Abendblatt: „Muss ein solcher Büroturm unbedingt gebaut werden?“„Hat sich Rene Benko verspekuliert?“

Eine Anfrage (mit der Antwort) von der linken Abgeordneten Heike Sudmann erhellt u.a. die Zusammenhänge um die Vorvermietungsforderung und deren eventuellen Ersatz durch Finanzzusage der beteiligten Banken: Kleine Anfrage an den Senat (Seite 4)

In CDU, FDP, Die Linke, SPD – überall gibt es Kritiker*innen, nur in einer Partei übrigens nicht: bei den Grünen. Sie haben dem geplanten Turm 2018 ihr wertloses Nachhaltigkeitssiegel mit einer großen Portion Geschwätz verliehen: „Ein neues Stadttor – hanseatisch und dynamisch zugleich“. Die verkehrte Welt bei den ehemals Grünen.

Wir sind gespannt wie es weitergeht. Der Elbtower ist ein Projekt des Größenwahns, des Profits einerseits und der Horrorwelt von Mega-Cities andererseits. Ein Projekt der Technik-Maschine, die Probleme schafft, statt Probleme zu lösen. Er wird hoffentlich nicht gebaut werden.


Die geforderte Vorvermietung von Büroflächen im Elbtower bleibt aus – egal?

Die BILD-Zeitung lügt, das ist bekannt. Was nun in der Hamburger BILD zu lesen war, wird deshalb auch nur ein Zipfel der Wahrheit sein.
Zwei Artikel hat dieses Blatt in den letzten zwei Wochen über den geplanten „Elbtower“ publiziert und wir verlinken diese hier nur, weil keine andere Zeitung darüber berichtet: 

Am 20.11.: Keiner will in 700-Mio-Projekt: Mietstillstand im Elbtower

Am 28. 11.: Eklat um Elbtower! Hamburger Senat hintergeht Parlament!

Meldungen dieses Blattes kommentieren wir nicht und warten gespannt darauf, dass Parteien (welche ?) und andere Presseorgane ihre Aufgaben wahrnehmen! Da BILD weder SIGNA noch Benko beim Namen nennt, ist übers Internet noch wenig durchgedrungen. Angesichts dessen, dass München mit ähnlichen Projekten beglückt werden soll: Bleiben Sie an der Sache dran!

… wird auch „Scholz-Tower“ genannt.

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